Entwicklungsprozesse 

Entwicklungen im globalen Handel

Der internationale Handel erlebt in unserer heutigen Welt einen radikalen Umschwung.
So nimmt der Protektionismus enorm zu. Staaten ergreifen verstärkt tarifäre (insb. Zölle) und nichttarifäre Maßnahmen (insb. Subventionen und Umweltstandards), um die inländische Wirtschaft vor dem internationalen Wettbewerb zu schützen. In der aktuellen Lage könnte man denken, man befände sich in einem globalen Handelskrieg. So ist es sehr interessant, zu betrachten, dass das Welthandelsvolumen laut der WTO  im Jahr 2025 ein Wachstum von 2,4 Prozent verschrieben hat. Für das Jahr 2026 ist es aktuell jedoch noch zu früh Prognosen abzugeben, aber Experten erwarten einen deutlich niedrigeres Wachstum. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich Amerikanische Unternehmen vor dem Inkrafttreten der Zölle vermehrt mit ausländischen Waren eingedeckt haben. So ist man auch sicher, dass zur ohnehin aktuell hohen Inflation zusätzliche Preisanstiege in den kommenden Monaten zu erwarten sind.  Außerdem wurden die US-Zölle im Jahr 2025 erst zeitversetzt in Kraft gesetzt. Nach ersten Ankündigungen der USA im Frühjahr, Länder und Regionen bezogene Einfuhrzölle zu erheben, einigte man sich z.B. mit der EU auf einen einseitigen Zoll ab August in Höhe von 15%. In der Zwischenzeit kam es zu Vorzieheffekten, deren Einfluss auf das Handelsvolumen 2025 nicht verneint werden kann.  
Es bleibt spannend zu betrachten, welche Auswirkungen die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump für Europa und dessen Unternehmen haben wird.
Staatliche Eingriffe in den Handel stellen einen zentralen Belastungsfaktor dar. China hat den Export für strategisch wichtige Rohstoffe, darunter seltene Erden, weiter eingeschränkt. Die Vereinigten Staaten wiederum treten dem internationalen Handel mit Handelshemmnissen gegenüber. So drängen beispielsweise die USA die Niederlande dazu, den Export von Chip-Ausrüstungsmaschinen des Herstellers ASML (Schlüsseltechnologie für besonders leistungsfähige KI-Chips) nach China zu unterbinden.
Solche Maßnahmen haben negative Auswirkungen auf internationale Lieferketten, steigern die Produktionskosten und machen es für Unternehmen schwieriger, langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen.
Diese Entwicklungen stellen erhebliche Herausforderungen für exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland und die gesamten EU-Staaten dar. Zur selben Zeit nimmt der politische Druck zu, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und Abhängigkeiten von bestimmten Staaten zu verringern. So verwundert es nicht, dass Mittelstaaten auf die Einhaltung der regelbasierten internationalen Handelsordnung drängen. Die Großmächte hingegen, allen voran die USA und China, setzen eher auf Gesetz der Stärke und eine Aufteilung der Welt in Einflusssphären.

Bringen die Zölle den USA überhaupt etwas?

Knapp ein Jahr nach der Amtseinführung von Donald Trump und einem neuen Kurs der Vereinigten Staaten sind nun auch erstmals Zahlen veröffentlicht worden.

Ganz anders als angenommen hat sich das Wirtschaftswachstum der USA 2025 höher herausgestellt als prognostiziert. So ist die Wirtschaft im dritten Quartal 2025 um annualisiert 4,3 Prozent gewachsen. 
Das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten sank nach Angaben des Weißen Hauses auf einen Tiefpunkt von $52,8 Milliarden, das sind ca. 35% weniger als zum Vorjahr und zugleich das niedrigste seit 2020. Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen.  Immer wieder äußert sich Kritik an der Aussagekraft der amerikanischen Konjunkturzahlen. So wurde im August des vergangen Jahres die Chefin des Amtes für Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer kurzerhand von US-Präsident Trump gekündigt. Der Grund dafür war, dass die amerikanischen Arbeitsmarktzahlen nicht das Resultat zeigten, was sich Trump erhoffte.  Eine solche Vorgehensweise lässt Unsicherheiten aufkommen und berechtigt die Frage, ob man US-amerikanischen Wirtschaftsdaten überhaupt noch trauen kann, bei solch willkürlichen Eingriffen in die Datenerhebung.

Der Fakt dass die amerikanische Arbeitslosenquote im Jahr 2025 weiter gestiegen ist, lässt sich höchstwahrscheinlich darauf zurückführen, dass das Wachstum hauptsächlich in den Dienstleistungs-/Technologieunternehmen generiert wurde und nicht in der Industrie, die neue Arbeitsplätze schaffen würde.

Zollpolitik und Zielsetzungen

Zölle sind staatliche Gebühren und werden in der Regel von Staaten auf Importe erhoben, sei es aus wirtschaftlichen, fiskalischen oder strategischen Gründen. Das Hauptziel ist es, die Binnenwirtschaft zu schützen, indem z.B. auf günstigere Konkurrenzprodukte aus dem Ausland Zölle erhoben werden, um Inlandsprodukte wieder wettbewerbsfähiger und attraktiver zu machen. Zölle werden zudem gezielt verwendet, um die Wertschöpfung vom Ausland  ins Inland  zu verlagern oder auszuweiten, was wiederum mehr Arbeitsplätze schafft. So nutzen beispielsweise die Vereinigten Staaten Zölle als Druckmittel, um durch Verteuerung von Importprodukten ausländische Hersteller zur Verlagerung bzw. zum Aufbau von Produktionskapazitäten in den USA zu bewegen.
Jedoch dienen Zölle auch als Einnahmequelle für den Staat und können zur Finanzierung anderer Vorhaben nützlich sein.