Zukunftsaussichten
Doch welche Prognosen kann man bezüglich des internationalen Handels vertreten? Um diese Frage einfacher zu gestalten wurden Unternehmen und Experten zu Rate gezogen.
Wie wird sich die Zukunft gestalten?
Der internationale Handel ist und war in den letzten Jahren immer wieder weitreichenden Problemen ausgesetzt, ob sich diese weiterentwickeln oder der Handel möglicherweise sogar globaler und ungehinderter vonstattengehen wird bleibt ungewiss doch anhand vergangener Ereignisse lassen sich Rückschlüsse ziehen um mögliche Entwicklungen vorauszusagen.
Zur Zeit der Corona Krise war der weltweite Handel von unterbrochenen Lieferketten belastet und von einem globalen Konsumrückgang geprägt.
Doch auch durch Ereignisse wie die Havarie der "Ever Given", einem der größten Handelsschiffe der Welt, welches den Suezkanal sechs Tage lang blockierte, stellen erhebliche Gefahren für den Warenhandel dar.
Derartige Ereignisse führen zu einem großen Problem für europäischen Unternehmen. Um international wettbewerbsfähig zu sein, stellen hiesige Unternehmen zumeist das Ende weltumspannender, eng aufeinander abgestimmte Lieferketten dar. Größere Störungen, wie das der Evergreen, führen zu einem Abbruch des Warenstroms, selbst wenn nur einzelne Komponenten fehlen. Im Oktober 2025 hat der von China verhängte Ausfuhrstopp von Chips des niederländisch-chinesischen Herstellers Nexperia die Produktion bei zahlreichen Autoherstellern in der EU lahmgelegt. Vorangegangen war ein Streit zwischen China und den Niederlanden über die Weitergabe kritischer Technologie. Auch die Entwicklungen der Handelsbeziehungen mit den USA stellen ein großes Risiko für Europäische Unternehmen dar.
Das "Just in Time" Prinzip, das als Produktions- und Logistikstrategie in zahlreichen Branchen als Standardverfahren dient, erfordert reibungslose Lieferketten. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben Unternehmen dazu gezwungen, von diesem Prinzip zumindest teilweise abzurücken und durch ergänzende Bevorratung gegenzusteuern.
Es gäbe jedoch auch andere Faktoren die den globalen Handel stark beeinflussen könnten und dessen Ausmaß man sich gar nicht bewusst sei. So wäre eine mögliche Annexion Taiwans von China eine gefährliche Entwicklung Richtung "vollkommene" Abhängigkeit. Das weitere imperialistische Vorrücken von China im Bezug auf die neue Seidenstraße bedarf einer genauen Betrachtung. Chinesische Unternehmen übernehmen vermehrt Ausländische Häfen, Flughafen oder ähnliche Handelszweige. Sie vergeben Kredite an Staaten ohne Kreditwürdigkeit und erzielen somit bewusst Abhängigkeiten und Absatzmärkte für Chinesische Produkte und Überproduktion.
Doch auch auch positive Entwicklungen sind zu erkennen, es wird in den aktuellen Zeiten seitens der EU und vor allem Deutschland auf weitere Handelspartner gesetzt. So wird ein vollwertiges Freihandelsabkommen mit den Mercosur Staaten Lateinamerikas verabschiedet, welches der EU einen Exportanstieg von Schätzungsweise 39 % in die Regionen verschaffen soll und Hunderttausende Arbeitsplätze sichere. Gleichzeitig haben die EU und Indien ein Freihandelsabkommen unterzeichnet welches vorherige Handelsbarrieren minimiert und der EU zu Zeiten geopolitischer Unsicherheiten einen neue Ausrichtung ermöglicht.
Solche Vorhaben lassen Hoffen eine mögliche Absatzpolitische Neustrukturierung zu ermöglichen, um die Abhängigkeit zu den USA und China als größte Warenabnehmer zu reduzieren. Durch solche Diversifizierungen profitieren die Unternehmen von neuen Kundengruppen, mehr Wettbewerbsfähigkeit durch Stärkung von Innovation oder auch durch den Aufbau globaler Wertschöpfungsketten.
Es bleibt abzuwarten wohin sich die verschiedenen Länder Entwickeln werden und in wieweit der Warenhandel gestört wird.